Briefe sind für den Philatelisten immer interessant aber mitunter sind uns die Inhalte erhalten geblieben und geben uns ein spannendes Bild der vergangenen Zeit. Nachfolgend einige Loburg-Dokumente. Sie sind noch nicht alle entschlüsselt - hier bin ich für Tipps immer dankbar.

Der " Graf vom Hagen Brief"  vom 17.01.1848 

hier der Text

Buchstäblich neunzehn Thaler 25 Silbergroschen 7 Heller Kosten in der Separations-Sache von Dalchau sind von dem Herrn Grafen                                                           von Hagen, Hochgeboren auf Möckern, an die nachgezeichnete                              Kasse gezahlt worden, worüber hiermit gerichtlich wird.

Loburg, den 14. Januar 1848,

Königliche Staatskasse (Name)

Anmerkungen:

Separationssache = Bei Separationen, Markenteilungen oder Verkoppelungen handelte es sich um Vorformen der heutigen Flurbereinigung im 18. und 19. Jahrhundert in Deutschland. Sie bewirkten insgesamt eine Neuverteilung der landwirtschaftlich genutzten Bodenfläche, was einer großangelegten Agrarreform gleich kam. Die Separation veränderte das Landschaftsbild grundlegend, da sie die Dreifelderwirtschaft abschaffte und die heutigen geometrischen Ackerformen schuf.                                    

Der "Wullfen-Brief" vom 22. März 1852 

  

hier der Text

Vorzeiger dieser, der Arbeitsmann
Peter Golze, gebürtig aus Loburg
hat auf hiesigem Rittergute sechs
Jahre, und zwar von Marien 1846 bis
dahin 1852, als Tagelöhner in meinen
Diensten gestanden und während dieser
Zeit sich stets ehrlich und fleißig
geführt und auf sein Verlangen ist er
gegenwärtig aus meinen Diensten entlassen
worden.

Loburg d. 22en März 1852

                                  A.v. Wullfen
                                           Major a.D

Der "Strausberg-Brief" von der "Direction der Brandenburgschen Landarmen- und Corrections- Anstalt" Strausberg an die Polizeidirektion Loburg vom 29. Dezember 1890 in der Strafsache Christian Friedrich Kohl  

                          Strausberg, den 29. Dezember 1890

                                 Strafsache

Die Polizeiverwaltung ersuchen wir er_                                        gebenst um gefällige umgehende Mitteilung                                         ob der gegenwärtig wegen Landstreicherei
und Bettelei hier datinierte Müllergeselle                                   
Christian Friedrich Kohl                                                                       dort sein Hilfsdomizil besitzt und solche Strafe     
derselbe bereits erlitten hat ?                                                               der g. Kohl ist angeblich am 2. Oktober                                              1828 in Zipsdorf Kr. Zauch-Belzig geboren und ein                      ehelicher Sohn des 1852 daselbst verstorbenen Gast_
                       wirts Ludwig Kohl und dessen 1859 auch dort                         verstorbener Ehefrau Elisa, geborene Senft.                                        Der g. Kohl will von 1872 ab seinen Wohn_                                          sitz in Lohburg gehabt haben.

                                          Der Direktor
                                 

Die Kirchenbucheinträge über Christian Friedrich Kohl , zeigen den frühen Verlust der Kinder. Das Leben scheint dem armen Kerl übel mitgespielt zu haben.